Speicher-Auslegungs-Rechner: Wie groß sollte Ihr Stromspeicher sein?
Geben Sie Ihre Konfiguration ein — der Rechner ermittelt die wirtschaftlich optimale Speichergröße als Größe mit dem höchsten positiven Netto-Barwert (Kapitalwertmethode, dynamische Wirtschaftlichkeitsrechnung in Anlehnung an VDI 2067), höchstens bis zu den Auslegungsgrenzen der HTW Berlin (≤ 1,5 kWh je kWp und ≤ 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch). Rechnet sich keine Größe, lautet die Empfehlung ehrlich „kein Speicher“. Hintergrund: Fraunhofer Austria kommt im Projekt iLESS (März 2026) zu dem Ergebnis, dass die oft empfohlenen 10-kWh-Speicher für einen typischen Haushalt tendenziell nicht wirtschaftlich sind. Strompreis und Einspeisevergütung sind belegt, Speicherpreis und Kostenentwicklung sind Annahmen; alle Werte können Sie anpassen.
Ihr Haushalt
Ihre PV-Anlage
Wärmepumpe & Wallbox vorhanden oder geplant
Welche Speichergröße ist geplant?
5Preise & Gründe optional
Preise & Gründe optional
Gründe werden angezeigt, aber nicht in Euro bewertet.
Wie rechnet der Rechner?
Der Speicher-Auslegungs-Rechner beantwortet eine konkrete Frage: Welche Speichergröße passt wirtschaftlich zu Ihrem Verbrauch und Ihrer PV-Anlage? Er geht in drei Schritten vor:
- Energiebilanz: Aus Jahresverbrauch (plus Wärmepumpe und Wallbox), PV-Leistung (1.020 kWh/kWp und Jahr) und Speichergröße schätzt ein vereinfachtes Modell Direktverbrauch, Speichernutzung und Einspeisung. Der Direktverbrauch ist durch die Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch begrenzt; der Speicher verschiebt PV-Überschuss in Abend und Nacht, mit 92 % Wirkungsgrad. Der Autarkiegrad ist auf 85 % gedeckelt, weil im Winter kaum PV-Strom anfällt. Das Modell ersetzt keine Lastgang-Simulation und liegt beim Autarkiegrad eher am oberen Rand.
- Wirtschaftlichkeit: Die Mehrersparnis durch den Speicher (gegenüber derselben PV-Anlage ohne Speicher) wird über 15 Jahre mit 3 % Kalkulationszins abgezinst — mit 2,5 % Strompreissteigerung pro Jahr, 1,5 % Kapazitätsverlust pro Jahr und 1 % der Investition pro Jahr für Wartung und Versicherung. Abzüglich der Investition ergibt sich der Netto-Barwert (Kapitalwertmethode, in Anlehnung an VDI 2067). Zusätzlich zeigt der Rechner die statische Amortisation und die Vollzyklen pro Jahr.
- Empfehlung: Empfohlen wird die Größe (im 0,5-kWh-Raster) mit dem höchsten positiven Barwert, höchstens bis zur Obergrenze der HTW Berlin: nutzbare Kapazität maximal 1,5 kWh je kW PV-Leistung und maximal 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ist der Barwert für jede Größe negativ, lautet die Empfehlung „kein Speicher“.
Die Bewertung Ihrer gewählten Größe folgt dem Barwert: ✓ am Optimum und wirtschaftlich; ⓘ kleiner als das Optimum oder größer, aber noch mit positivem Barwert; ⚠ Barwert negativ. Notstrom-Reserve, geplanter Ausbau, dynamischer Tarif und Großhaushalt werden als Gründe für eine größere Dimensionierung angezeigt, aber nicht in Euro bewertet. Größer ist nicht pauschal schlecht — aber größer ohne konkreten Mehrgrund kostet ohne Gegenwert.
Annahmen (Stand 25.09.2026): Strompreis 0,37 €/kWh, Durchschnitt für Haushalte 2026 (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Stand 21.08.2026). Einspeisevergütung für neue Anlagen mit Teileinspeisung ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, 6,66 ct/kWh für den Anteil zwischen 10 und 40 kWp (Bundesnetzagentur, EEG-Förderung). Speicherpreis 440 €/kWh inklusive Installation — eine Annahme; die Preise am Markt streuen etwa zwischen 250 und 700 €/kWh (vgl. ADAC PV-Speicher-Überblick). Feste Kosten unabhängig von der Größe (z. B. für Wechselrichter oder Notstrom-Umschaltung) sind nicht enthalten. Alle Preise sind über die erweiterten Annahmen anpassbar; mit einem konkreten Angebotspreis wird das Ergebnis deutlich belastbarer.
Datenquellen: BDEW Strompreisanalyse, Bundesnetzagentur (EEG-Vergütungssätze), HTW Berlin (Auslegung von Solarstromspeichern), Fraunhofer Austria, Projekt iLESS (Pressemitteilung 17.03.2026).
Beispielrechnungen
Fünf typische Konstellationen, gerechnet mit den Standard-Annahmen des Rechners (37 ct/kWh, 440 €/kWh, Einspeisung ab 01.08.2026). Die Werte entsprechen der Ausgabe des Rechners.
| Konstellation | Gewählt | Empfehlung | Vollzyklen (gewählt) |
Amortisation (gewählt) |
Barwert 15 J. (gewählt) |
Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EFH 2 Personen 3.000 kWh, 5 kWp |
10 kWh | 3,5 kWh | 134/a | 14,0 a | −458 € | ⚠ Deutlich über der wirtschaftlichen Empfehlung |
| EFH 4 Personen 5.000 kWh, 8 kWp |
10 kWh | 5,5 kWh | 201/a | 9,3 a | +1.772 € | Größer als nötig, rechnet sich aber noch |
| EFH 4 Personen + WP + Wallbox 4.500 kWh, 10 kWp, WP mittel, WB 11 kW |
10 kWh | 9,5 kWh | 240/a | 6,5 a | +4.746 € | ✓ Wirtschaftlich sinnvoll dimensioniert |
| EFH 4 Personen + WP + Wallbox + Notstrom-Wunsch 4.500 kWh, 10 kWp, WP mittel, WB 11 kW |
15 kWh | 9,5 kWh | 198/a | 8,1 a | +4.174 € | Größer als nötig, rechnet sich aber noch |
| Single 1 Person 1.800 kWh, 4 kWp |
8 kWh | 2,0 kWh | 104/a | 18,2 a | −1.186 € | ⚠ Deutlich über der wirtschaftlichen Empfehlung |
Die Tabelle zeigt: Größer ist nicht pauschal schlecht. Mit Wärmepumpe und Wallbox liegt das wirtschaftliche Optimum deutlich höher (hier 9,5 kWh), und auch 15 kWh haben noch einen positiven Barwert. Bei kleinen Haushalten ohne Sektorkopplung ist ein 10-kWh-Speicher dagegen unwirtschaftlich.
Vertiefungsartikel
Warum SKA Elektrotechnik für die Speicher-Auslegung?
- Ehrliche Empfehlung statt Verkaufsempfehlung: Wir kalkulieren den wirtschaftlichen Sweet Spot nach Fraunhofer-iLESS-Kriterien — nicht nach Hersteller-Vorgaben
- Belastbare Wirtschaftlichkeit: Dual-Kriterium aus Amortisation und Vollzyklen pro Jahr — keine Bauchgefühl-Entscheidungen
- Modulare Auslegung mit Zukunftspuffer: Wir wählen Speicher (z. B. Huawei Luna2000-Serie), die modular erweiterbar sind, falls Wallbox oder Wärmepumpe später dazukommen
- Notstrom-Beratung integriert: Wir prüfen, ob ein Inselbetriebs-fähiges Wechselrichter-Konzept für Sie sinnvoll ist und planen die Reserve-Kapazität ehrlich
- Dynamische Tarife integriert: Tibber- und Awattar-Anbindung über EMS, sodass Ihr Speicher Arbitrage betreiben kann — bei größeren Speichern lohnen sich 350 bis 500 Vollzyklen pro Jahr
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FAQ — Häufige Fragen zur Speicher-Auslegung
Antworten zu Fraunhofer-iLESS-Kriterien, Sweet-Spot-Logik und legitimen Gründen für größere Dimensionierung.
Was sagt die Fraunhofer-iLESS-Studie konkret?
Die Fraunhofer Austria hat 2026 gezeigt: Ein 10-kWh-Speicher in typischen Standard-Haushalten erreicht oft nur 100 bis 140 Vollzyklen pro Jahr — deutlich unter den 200 bis 300, die für eine sinnvolle Auslastung nötig wären. Die Studie ruft zu individueller Lastprofilierung statt pauschalen Größen auf. Detail-Pillar: Speicher zu groß? Fraunhofer-Studie zeigt, wann sich ein größerer Stromspeicher trotzdem lohnt.
Welche Kriterien prüft der Rechner?
Der Rechner bewertet jede Speichergröße im 0,5-kWh-Raster mit dem Netto-Barwert über 15 Jahre (angenommene Nutzungsdauer): Mehrersparnis gegenüber „ohne Speicher“, abgezinst mit 3 %, bei 2,5 % Strompreissteigerung, 1,5 % Kapazitätsverlust pro Jahr und 1 % Wartung. Empfohlen wird die Größe mit dem höchsten positiven Barwert, höchstens bis zur HTW-Berlin-Obergrenze (1,5 kWh je kWp PV bzw. je 1.000 kWh Jahresverbrauch). Ist kein Barwert positiv, lautet die Empfehlung ehrlich: kein Speicher. Die Vollzyklen pro Jahr zeigt der Rechner zur Einordnung an.
Wann ist ein größerer Speicher trotzdem sinnvoll?
Vier legitime Gründe rechtfertigen einen Aufpreis: (1) Notstrom-Reserve bei Netzausfall, (2) Geplanter Zukunftsausbau auf Wallbox oder Wärmepumpe in den nächsten fünf Jahren, (3) Dynamischer Stromtarif (Tibber, Awattar) für Arbitrage, (4) Großhaushalte mit atypischen Lastprofilen.
Welche Marktpreise nutzt der Rechner als Default?
Stand 25.09.2026: Strompreis 0,37 €/kWh (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026), Einspeisevergütung Teileinspeisung für Anlagen ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh bis 10 kWp und 6,66 ct/kWh für den Anteil von 10 bis 40 kWp (Bundesnetzagentur), Speicherpreis 440 €/kWh inklusive Installation (SKA-Annahme, Marktspanne 250–700 €/kWh). Alle Werte sind über die erweiterten Annahmen anpassbar.
Wie wirkt sich Wärmepumpe oder Wallbox auf die Empfehlung aus?
Deutlich. Beide erhöhen den Jahres-Stromverbrauch (Wärmepumpe 2.500–5.500 kWh/a, Wallbox bei 15.000 km ≈ 3.000 kWh/a) und schaffen Lasten, die der Speicher entladen kann. Mit beidem zusammen schiebt sich die Empfehlung auf 15–25 kWh — ohne Sektorkopplung oft nur 4–8 kWh. Gesamtbild: Sektorkopplungs-Rechner.
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